
Lieber Mirko,
ich will Ihre Frage einmal so beantworten: Dieses Land, das durch seine Bin-nenlage
und durch die mächtige Bergwelt der Anden im Westen, vor klima-tischen
Kollapsen, Fluten, Erdbeben, Vulkanen, Wirbelstürmen etc. geschützt
im Herzen von Südamerika liegt, wurde bereits vor langer Zeit als Rettungsin-sel
für zukünftige Generationen auserwählt. Die wirtschaftlichen
Probleme, die hier derzeit herrschen, sind von außen gesteuert, um das
Land für seine ei-gentliche Bestimmung rein zu erhalten.
Heute leben hier nur etwa 5 bis 6 Millionen Menschen. Es werden in 50 Jahren
und dann innerhalb von nur sieben Jahren zunächst 40 Millionen, dann
80 Mil-lionen sein, die das heute noch verschlafene Land in kürzester
Zeit zum Wohl-stand führen werden. Ich sehe dennoch viel Natur in meinen
Visionen und la-chende und glückliche Menschen, während in den heutigen
Industrieländern die Menschen wie graue, gut gedrillte Arbeitssklaven
ihren Job verrichten und dabei völlig ihr Leben umgestellt haben. Sturmsichere
Unterkünfte, Eis, zugefrorene Flüsse, Regen und Hitze und
dies alles unkontrollierbar und in einer Heftig-keit, die fast unvorstellbar
ist.
Ich sehe Trostlosigkeit, verlorene Hoffnung und nur Mühsahl. Man lebt,
um zu überleben. Und billige Unterhaltungsprogramme sorgen dafür,
dass die Men-schen im Elend nicht zusammenrücken, sondern sich immer
mehr von einan-der entfremden und so noch manipulierbarer werden. Eine Schattenwelt,
die kaum etwas von der Sonnenwelt erfährt, die dann auch unerschwinglich
für sie geworden sein wird.
Es war eine gute Entscheidung von mir, schon jetzt für meine Kinder ein
Zu-hause zu wählen, in welchem sie unbeschwert und lachend mit Freude
im Her-zen heranwachsen können. Wer hier lebt, für den steht das
Leben, die Familie, Freundschaft und das Miteinander im Vordergrund
Werte, die in den Indus-trieländern zwar schon weitgehend verlorengegangen
sind, aber es wird noch schlimmer werden. Ich weine, wenn ich sehe, was kommen
wird, mein lieber Mirko. Und ich weine selbst jetzt, wo ich Ihnen diesen Brief
schreibe. Eine gut funktionierende, überwachte Big-Brother-World entsteht
dort drüben, wobei die Entfremdung der Herzen und Seelen oberstes Gebot
ist, um ergebene Diener des Staatswesens zu schaffen.
Ich will nun auch Ihre letzte Frage nach dem Zeichen beantworten: Im Jahr
2007 werden es alle Menschen sehen, aber kaum einer wird es richtig zu deuten
wissen. Denn dieses Zeichen machen die Menschen selbst. Und wenn es kommt,
dann kommt auch all das, was ich Ihnen heute geschrieben habe. Achten Sie
dabei auf eine große künstleriche Auszeichnung, denn dieses an
sich widersprüchliche Werk (Zeichen) wird sehr viel Lob erhalten. Ich
sehe ein lächelndes Gesicht mit einem kleinen Leberfleck auf der rechten
Gesichtshälf-te. Dieses Gesicht verlöscht etwa ein Jahr später
und ab dann beginnt sich das Karussell unaufhörlich zu drehen
und niemand wird es mehr aufhalten können...
Ich weiß, für Sie klingt das sicher sehr geheimnisvoll. Doch Sie
wissen ja, dass ich Ihnen nichts anvertrauen würde, wäre ich nicht
sicher. Daher rufe ich Ihnen und allen Menschen zu: Seid stolz auf das, was
ihr seid und kämpft für das, was ihr sein wollt!
Ich wünsche Ihnen Glück und Frieden, Ihre
Tedora
