Johann
Stöfler und das Sintflut-Inferno (Fortsetzung)
Ein Dorfpfarrer names Stiefel aus einem Dorf bei Wittenberg hatte gar alle
'frommen Bauern' dazu aufgerufen, ihr Hab und Gut zu verschenken
und
singend und betend in der Kirche die Ankunft des Jüngsten Gerichts
zu
erwarten. In anderen Teilen Europas pilgerten Tausende zu gottgeweihten
Stätten, andere flüchteten in Massen auf Hügel, in die Berge
oder auf die
Speicher und Dächer ihrer Häuser.
Dann kam der gefürchtete
Augenblick der Sintflut, aber ausgerechnet an
diesem Tage trübte kaum ein Wölkchen den Himmel. Der
Regen blieb
aus, die Sintflut ebenfalls, und die Bürger aus der Nähe
von Wittenberg
jagten den Dorfpfarrer Stiefel zum Teufel und forderten bei Martin
Luther
persönlich dessen Tod.
Einen weitaus besseren
Erfolg hatte Johann Stöfler allerdings mit der Be-
rechnung seines Todes, den ihm die Gestirne für den 16.
Februar 1531
prophezeiten. Um an diesem Tag jede Gefahr zu vermeiden, beschloss
der Wissenschaftler, auf keinen Fall das Haus zu verlassen und den Tag
im Kreise angenehmer Freunde zu verbringen. Dabei kam es zu einigen
hitzigen Debatten und um den Beweis einer These zu erbringen,
wollte
der 79jährige einen schweren Buchband von der Höhe eines Bücherrega-
les ziehen. In diesem Augenblick kippte das massige Bücherbrett
um
und brachte dem Greis eine tödliche Kopfwunde bei. Er starb
noch am
gleichen Tag...